DOKUMENTATION eines Konflikts
Vorbemerkung:
Zu Beginn (ab 1977) wurde die Arbeit des BUKO (Bundeskongress
entwicklungspolitischer Aktionsgruppen) vom BMZ
("Entwicklungshilfeministerium") gefördert. Aus
politischen Gründen wurde die Förderung nach wenigen Jahren eingestellt.
Die Arbeit der Bundeskoordination Internationalismus (wie sie sich heute nennt)
wurde dann lange Zeit vom Evangelischen Entwicklungsdienst (EED) durch
den ABP gefördert.
Weihnachten 2004 hat der EED alle Fördergelder für die BUKO-Geschäftsstellenarbeit
und die Durchführung des jährlichen Kongresses gestrichen ("nicht
mehr gewährt"). Damit waren und sind die beiden - prekär bezahlten
- Arbeitsstellen gefährdet - und natürlich auch die gesamte Arbeit der
Bundeskoordination.
Lesen Sie, lest dazu die
Erklärung der BUKO sowie die Pressestimmen.
Um die Arbeit der BUKO aufrecht zu erhalten, hat BUKO die
Aktion 300 x 100 Euro für
die BUKO" initiiert. Diese ist mittlerweile abgeschlossen. Zur
finanziellen Absicherung der BUKO für das Jahr 2006 und darüber hinaus wurde
nun eine Folgekampagne initiiert. Unter dem Motto "BUKO
braucht Kohle - 300 x 100 Euro reloaded" suchen wir Menschen die
dauerhaft oder auch einmalig die BUKO finanziell unterstützen.
Alle Infos unter www.buko-braucht-kohle.de.
Die BUKO finanziert sich aktuell also aus den Mitgliedsbeiträgen
und Spenden und über den BUKO-Stellenfonds.

Der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) streicht Fördergelder
für die BUKO
Nach fast 25-jähriger Zusammenarbeit kündigte der
Evangelische Entwicklungsdienst (EED) der BUKO die gesamten Zuschüsse ab
2005. Die Bezuschussung der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit der BUKO
bestand aus einer jährlichen institutionellen Förderung und einer jährlichen
Kongressförderung, zuletzt jeweils 15.000 Euro. Anlass war eine Aktion, die
am Rande des letzten BUKO-Kongress bei H&M stattfand und weder von der
BUKO geplant noch von ihr zu verantworten war.
Chronologische Übersicht der Ereignisse und Stellungnahmen
Pressestimmen
»
Artikel und Links u.a. zur Contraste, epo, Zeitschrift Entwicklungspolitik,
Frankfurter Rundschau, Graswurzelrevolution, iz3w, Junge Welt, Jungle World,
Neues Deutschland, TAZ
zurzeit 10 Artikel

Warum finanziert der EED die BUKO
nicht mehr?
FR-Artikel vom Freitag, 24.12. 2004, hier etwas aktualisiert
Die Bundeskoordination Internationalismus (BuKo) ist in
Schwierigkeiten: Der unabhängige Dachverband, unter dem mehr als 150
entwicklungspolitische Initiativen zusammengeschlossen sind, erhält ab 2005 kein Geld mehr vom Evangelischen Entwicklungsdienst
(EED). Aus
politischen Gründen, ist man sich in der Buko-Geschäftsstelle sicher.
Bislang erhielt die Buko rund 30.000 Euro pro Jahr, doch
die will der EED künftig nicht mehr zahlen . Als Grund nennt er eine Aktion,
die sich am Rande des letzten Buko-Kongresses im Mai in Kassel abspielte. Ein
"konsumkritischer Spaziergang", bei dem Interessierten Hintergründe über die
Entstehung bestimmter Produkte erklärt werden, lief aus dem Ruder. Eine Gruppe
Militanter stürmte in einen Laden der Kette Hennes & Mauritz, riss
Kleidungsstücke aus Regalen und von Tischen und warf sie auf die Straße.
Passanten griffen freudig zu. Für die Buko, die diese "Umverteilungsaktion"
nach eigenen Angaben weder geplant noch zu verantworten hat, kam ein böses
Nachspiel.
Denn der EED will das Risiko nicht eingehen, dass Ähnliches
wie in Kassel wieder passiert. Für das Entwicklungswerk der evangelischen
Kirchen in Deutschland ist es "hochgradig problematisch, wenn wir mit solchen
Vorkommnissen in Verbindung gebracht werden". Dass die Buko die Kasseler Aktion
nicht geplant habe, bezweifele sie nicht, sagte Barbara Riek, Leiterin des
EED-Referats Bildung und Inlandsförderung, der Frankfurter Rundschau.
Allerdings habe die Buko den "Umsonst-Gruppen", die den H&M-Laden stürmten,
ein Forum geboten. Dass der EED und die Kasseler Aktion in einem Atemzug genannt
würden, "können wir uns nicht leisten". "Wir vergeben hier
Kirchensteuermittel, das muss gut begründet werden." Riek nennt aber den
Vorwurf der Buko, die Streichung der Fördermittel sei politisch begründet,
"an
den Haaren herbeigezogen". Einzelne Seminare aus dem Programm der Buko und auch
viele Buko-Mitglieder würden schließlich weiter finanziell unterstützt.
Dieser Argumentation kann Steffen Jörg von der Buko-Geschäftsstelle
nicht folgen. Es lägen Welten zwischen einem "institutionellen Zuschuss für
den Bundeskongress und die Buko-Geschäftsstelle, die im übrig en auch die
Seminare organisiere, und der Förderung einzelner Veranstaltungen", sagte er der
Frankfurter Rundschau. "Es ist vermessen zu sagen, wir fördern die Buko
weiter." Für die Buko, die sich ansonsten aus Spenden finanziert, ist das
EED-Geld womöglich existenziell. Die Streichung mache den Bundeskongress, der
linken Gruppierungen die Möglichkeit zu Gedankenaustausch und Vernetzung
bietet, in seinem bisherigen Umfang unmöglich und gefährde akut die Arbeit der
Geschäftsstelle in Hamburg.
Für Buko-Sprecher Jörg war das Verhältnis von Buko und
EED seit mehreren Jahren belastet. Dass sich die Buko verstärkt über
entwicklungspolitische Themen hinaus in die deutsche Debatte um Sozialabbau
einmische, sei beim EED vielen ein Dorn im Auge gewesen. Dass der EED keine Fördermittel
mehr bewillige, obwohl die Buko sich von der Kasseler Aktion nachträglich auch
noch distanziert habe, findet er "skandalös".
epd:
Bonn (epd). Der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) hat Fördergelder in
Höhe von rund 30.000 Euro für die Bundeskoordination Internationalismus (BUKO)
gestrichen. Grund sein eine militante Aktion am Rande des BUKO-Kongresses im Mai
in Kassel gewesen, bei der Auslagen eines Bekleidungsgeschäftes geräumt und an
Passanten verteilt worden waren, erklärte Barbara Riek vom EED am Dienstag in
Bonn. Von diesem Zwischenfall hätten sich die BUKO-Sprecher erst im November
sehr halbherzig und fast zeitgleich mit der Beantragung neuer Fördergelder
distanziert.
Der Evangelische Entwicklungsdienst darf nach Ansicht Rieks
nicht mit solchen militanten
Aktionen in Verbindung gebracht werden. Für 2005 habe die BUKO nicht
garantieren können, dass sich solche Zwischenfälle bei den Kongressen nicht
wiederholten. Zudem zeige die Erfahrung, dass das Krisenmanagement des
Dachverbandes sehr zu wünschen übrig lasse.
Die Bundeskoordination wirft dem EED hingegen vor, eine
politische Entscheidung getroffen zu haben. „Linke internationalistische
Politik wird von der evangelischen Kirche nicht mehr unterstützt“, heißt es
in einer am Dienstag in Hamburg verbreiteten Erklärung der BUKO. Durch die
Streichung sei die Durchführung des Bundeskongresses im bisherigen Umfang nicht
mehr möglich und die Arbeit der Geschäftstelle akut gefährdet.
Die rund 30.000 Euro hatte die BUKO laut Riek für den jährlichen
Kongress und die Organisation des Büros in Hamburg erhalten. Die BUKO-Kampagnen
zu den Themen Pharma, Agrar und Biopiraterie würden auch 2005 weiter unterstützt.
Sie hatten 2004 rund 50.000 Euro erhalten.
Der frühere „Bundeskongress entwicklungspolitischer
Aktionsgruppen“ (BUKO) war 1977 als Dachverband gegründet worden. Ihm gehören
rund 150 Mitglieder an, darunter Eine-Welt-Läden, entwicklungspolitische
Arbeitskreise und Aktionsgruppen.
2002 war der Verband in Bundeskoordination
Internationalismus umbenannt worden. Die Debatten auf den Kongressen sind oft
durch marxistische Rhetorik geprägt.
(/21.12.2004) epd mir rks

Abspann:
Es gab einen Protestbrief
Pfr. Dreier u.a. - mit vielen Unterschriften.
Außerdem hatten mehrere Menschen einen
eigenen Schriftwechsel mit dem eed (siehe o.g. BUKO-Sides).
So schrieb Andreas Schüßler (Mitarbeiter im "Projekt Reichtum")
einen längeren Brief an den Vorstand des eed (Brief
Schüßler an eed).
Dieser wurde beantwortet (Antwort
des eed).
Die wesentlichen Dinge wurden in diesem Brief allerdings beantwortet; so folgte
Brief
2 Schüßler.
Dieser ausführliche Brief wurde vom Vorsitzenden
des EED
mit einem lapidaren Antwortsatz bis heute nicht beantwortet.
Weitere Infos auf der BUKO Seite
(keine direkte url, darum: nach http://www.buko.info/
weiterklicken: "Wer wir sind", dann "Finanzen")