Herbst 2012: Koordinationstreffen Reichtum - Koordinationstreffen Reichtum in Könnern Frühjahr/Sommer 2013: Utopie und Eutopie in Bielefeld ***
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Zum Arbeitstreffen Reichtum Protokollnotizen
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Besonderes Interesse am Thema Umverteilung, Geldsystem und
Zinsfragen | |
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„Der Kapitalismus geht über Leichen“ | |
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Interesse an der Frage nach globalen Tarifverträgen/
Einkommensmaximum etc.. | |
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Bisher wenig Auseinandersetzung; gewisse Sorge vor
„Neidkomplexen“ | |
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Kirchlich motiviertes Interesse am Thema, bisher immer nur über
Armut gesprochen | |
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Es gibt so viele gescheiterte Programme zur Bekämpfung der
Armut, warum gibt es kein einziges Programm zur Bekämpfung des Reichtums |
Referat
Werner Rügemer, u.a.
mit den Aspekten:
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Wie
entsteht Reichtum? Was ist Reichtum? Und wofür wird Reichtum (außer für
Luxus) verwendet? Reichtum ist
ein Tabuthema, v.a. hinsichtlich des ursächlichen
Zusammenhangs zwischen Armut und Reichtum. | |
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Diese
Fragen werden in der gesellschaftlichen Diskussion systematisch
ausgeblendet. Reichtum ist Tabu-Thema, v.a. wenn es um den Zusammenhang
zwischen Armut und Reichtum geht. | |
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Mit
Armut kennen „wir“ uns aus, im Armut-Reichtumsbericht fehlen allerdings
genauere Informationen zum Thema Reichtum, es gibt Verweise auf fehlende
Daten, seit der Abschaffung der Vermögenssteuer, mit der Höhe der zu
veranlagenden Summe. Andererseits beweisen Presse-Artikel, dass es
Informationsquellen zu geben scheint... | |
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Einerseits
mediatisierte Empörung über hohe Einkommen der Vorstandsvorstände wie
Ackermann (allerdings ohne weitere Angaben über zusätzliche legale
Nebenverdienste; Nebeneinkommen sind oft Haupteinkommen) – aber auch ernst
gemeinte Artikel: „2004 war kein gutes Jahr für Millionäre“ (FAZ). Es
wird nur von Millionären gesprochen, die mehr als eine Million anlegen können;
aber es wird nicht von den Hauptaktionären u.ä. gesprochen, deren Gewinne
ungleich höher sind als die „skandalösesten“ Gehälter von Ackermann
& Co. | |
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Die
eigene Firma wird vom Topmanagement und den Hauptaktionären ausgenommen,
zusätzlich zur „normalen“ Ausbeutung der Beschäftigten. | |
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Durch
Arbeit wird niemand reich, es ist ein Märchen, dass man/ frau durch Arbeit
der Armut entkommt. | |
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Im
Kapitalismus bin ich reich, wenn ich ein berufsunabhängiges, hohes,
kontinuierliches Einkommen aus privaten Eigentumstiteln und somit direkt
oder indirekt Zugriff auf den Arbeitsertrag anderer Menschen habe, die in
einem kapitalistischen Arbeitsverhältnis stehen. | |
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Das
„Lebenslage-Konzept“ (z.B. im Armuts- und Reichtumsbericht der
Bundesregierung) blendet die Entstehung von Armut und Reichtum und ihren ursächlichen
Zusammenhang aus. Es reduziert den Reichtum auf „viel Geld haben“ und
blendet den Einsatz des Reichtums als Kapital aus. Der „skandalöse“
Reichtum besteht nicht im „viel Geld auf dem Konto haben“ oder „sich
viel leisten können“, sondern in der Verwendung des Reichtums als
Kapital, das die Beschäftigten ausbeutet, krank und/oder arbeitslos machen
kann, Umwelt zerstört, zum Krieg treibt | |
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Wir
müssen eigene Analysen machen: Wie entsteht Reichtum? Wo nimmt der
Reichtum Formen der Zerstörung des Gemeinschaftsgutes an? Was sind
Techniken der „Heuschrecken“? | |
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Es
geht auch darum, die Privatisierung kommunaler Unternehmen (Müll, Gas,
Strom) zu stoppen. |
Stichworte
aus der Diskussion:
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Problem
ist auch die mediale Aufarbeitung des Themas: In den Medien gibt es
vorrangig durchschnittlichen Einheitsbrei, es ist schwer, mit anderen
Inhalten ins Programm, in die Zeitung zu kommen. – man müsste mit dem
aktuellen Wissen stärker an die Öffentlichkeit. Es sollte uns um „Kampf
um die Köpfe“, um die Hoheit über Definitionen gehen. | |
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Gewerkschaften
sind derzeit in der Defensive, es gibt heftige Diskussion um Mitglieder und
Ressourcen. Das Haupthandlungsfeld ist hier Tarifpolitik und
Betriebspolitik, deshalb gibt es kaum Geld für allgemein-politische Themen
(wie z.B. Thema Reichtum). | |
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Es
geht darum, diese Vorgabe zu hinterfragen und genauer hinzusehen. – Blick
auf Betriebsversammlungen etc. – genauere Unternehmensanalysen – Ertüchtigung
in Tarifpolitik | |
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Entweder:
Programmatischer Abschied von der sozialen Verpflichtung des Eigentums oder:
programmatische soziale Entpflichtung des Eigentums. | |
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Ab
wann ist Reichtum skandalös? Ist Erben von großen Geldvermögen legitim
(Rechtfertigung des Reichtums mit der Arbeitsleistung der Vorgeneration(en). | |
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Die
historische Komponente: Kolonialismus und Sklavenhandel sind Grundlage für
die Anhäufung des Reichtums in Europa. 1999 wurde erstmals[1]
eine konkrete Summe für den wieder“gut“zumachenden Schaden benannt: 777
Billionen Dollar - in etwa das 3 500fache der derzeitigen Schulden
Schwarzafrikas. Es geht um die internationale Perspektive in der
Reichtumsdiskussion – Hier geht es auch um Reparationszahlungen für
die deutsche Kolonialzeit | |
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Wir
verfügen über einen alltäglichen, lokalen Reichtum, den es zu verteidigen
gilt. Die neoliberale Globalisierungspolitik zielt demgegenüber darauf,
immer weitere Subsistenzbereiche zu kommerzialisieren und einer
anonymisierten Marktwirtschaft einzuverleiben. Es gibt täglichen Diebstahl
von öffentlichem Reichtum wie Daseinsvorsorge etc.
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Stichwort
Vermögen/Kapital: Der Wert der Aktienpakete ist kein reales Vermögen/ Wert
der Unternehmen, sondern der erwartete Zuwachs des Unternehmens. Mit diesen
nicht realen Vermögenswerten kann man/ frau sich aber in reale Unternehmen
einkaufen. | |
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Hinweis
auf Bremer Finanzwissenschaftler, Prof. Arno Gahrmann: „Zukunft kann man
nicht kaufen“ | |
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Weniger
„gegen Reichtum“ thematisieren, lieber den Zusammenhang zwischen Armut
und Quellen des Reichtums aufzeichnen. | |
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Anknüpfungspunkte
mit den Gewerkschaften suchen – aktuelle Themen (Tarifautonomie) und
Standortbestimmungsproblem der Gewerkschaften mit integrieren. |
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Gewünscht:
Im Diskurs über Reichtum auch Lösungsvorschläge wie Schuldenerlass etc.
aufzeigen | |
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Auch
andere Initiativen haben mal klein angefangen: SDS in den 60ern, aber auch
erlassjahr.de | |
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Gewerkschaften
und soziale Bewegungen müssten sich hier ergänzen – ein minimaler
Aufbruch ist schon zu spüren | |
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Genannt
wurde das Beispiel Frankfurt:
Wissenschaftler-Kreis – „Armutsbericht“ – die gesellschaftliche
Debatte ist bereits angestoßen | |
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Reichtum
ist nicht nur Geld – Reichtum ist auch Vielfalt – Geldanlage z.B. in
Zukunftssicherung – sich stärker „für etwas“ einbringen | |
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gewünscht
wird eine Aktion als Zeichen für die Öffentlichkeit | |
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Das
Ganze unter „Demokratieaspekten“ betrachten: Macht ballt sich da, wo
Geld ist – soziale Grundsicherung sollte mit aufgegriffen werden | |
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Wir
müssen positiv formulieren! Wofür sind wir... | |
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Hoffnung
auf runden Tisch in Halle im nächsten Jahr | |
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Auch
Konzepte für Erziehung mit berücksichtigen – gegen die Ungerechtigkeiten
in der Welt | |
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Anderes
Umgehen mit Reichtum: Bewegungsstiftung | |
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Spürbar
wird die Wut in der Auseinandersetzung mit diesem Thema – das Beispiel der
Montagsdemos in der DDR zeigte, wohin das führen könnte. Verbreiterung des
Thema Reichtum tut Not |
Vorschläge
zu nächsten Schritten:
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alternativer
Armut-Reichtumsbericht | |
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Fokus
konkreter fassen, um so konkrete Zielgruppen anzusprechen – Beispiel
Gewerkschaften | |
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Kreis
der Aktiven erhöhen (Netzwerke nutzen: JungdemokratInnen, IG Metall, BUKO,
Sozialforen, ChristInnen für gerechte Wirtschaftordnung) | |
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Öffentlichkeit
schaffen(mit Zeitungsbeilagen zum Thema) | |
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„Drei
Säulen“: |
Konkrete
Projekte:
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E-Mail
mit Protokoll geht an alle TeilnehmerInnen und an InteressentInnen - ggf.
später mail-Diskussionskreis zum Thema Reichtum | |
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auf Anforderung email-Diskussion reichtumskritik | |
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Arbeitskreis
alternativer Armut- und Reichtumsbericht |
Forum Reichtum
„Wär
ich nicht arm, wärst Du nicht reich“, so ließ Bert Brecht den Armen zum
reichen Mann sprechen. In unseren Tagen sind Besitzverhältnisse national als
auch international genau so klar: Die Reichen immer reicher, die Armen immer
zahlreicher. Dabei wird die „Bekämpfung der Armut“ mit internationalen
Aktionsplänen und Programmen zwar thematisiert; die Folgen des Reichtums
hingegen bleiben weiterhin tabuisiert.
Hier setzt das Reichtumsforum an.
Wir wollen Bilanz ziehen – sowohl in nationaler als auch internationaler
Sicht. Was heißt es heute, reich zu sein. Wann bedroht Reichtum das Wohl der
Gesellschaft? Was sind das für Dynamiken, die kleine Teile der (Welt-)
Gesellschaft so unermesslich reich machen und wie ist der politische Umgang
mit diesem Anhäufen von Besitz und Macht?
Kirchen,
Gewerkschaften, Sozialverbände oder engagierte BürgerInnen –alle sind
eingeladen, sich mit „Haben und Sein“ auseinander zu setzen, die öffentliche
Diskussion über zukunftsweisendere politische Wege mit uns zu gehen.
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DasReichtumProjekt:
Es
findet eine stetige Umverteilung von unten nach oben statt. Es
ist dringend die Zeit, Bilanz zu ziehen, wie unermesslich reich kleine Teile der
Gesellschaft geworden sind, wodurch
sie reich geworden sind und
wie mit diesem unvorstellbaren Reichtum (politisch) umgegangen wird. Dies gilt
auch international: Der Abstand zwischen „Nord“ und „Süd“
beim Pro-Kopf-Einkommen verdreifachte sich allein zwischen 1960 und 1993.
Es
gibt unzählige Programme, Ideen, Thesen zur Bekämpfung der Armut - sowohl
international wie auch national. Alle sind sie im Wesentlichen
gescheitert.
Dies führt auf die Fragestellung hin:
Warum
gibt es eigentlich noch immer kein einziges Programm
zur Bekämpfung des Reichtums?
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Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Reichtumskritik
Südfeldstr. 4, 32602 Vlotho
Tel: 05733 - 9 57 37
FAX: 05733 - 18 15 4
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