Herbst 2012: Koordinationstreffen Reichtum - Koordinationstreffen Reichtum in Könnern Frühjahr/Sommer 2013: Utopie und Eutopie in Bielefeld ***
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(Seid
realistisch, fordert das Unmögliche) Parole an einer Seine-Brücke in Paris, im Mai 1968 Utopia 2004 Freitag-Debatte
Utopie
konkret „Was
tun, wenn nichts mehr geht“ und kritisierende und ergänzende Gedanken dazu
Weltweit wachsen die
Armut und der Reichtum. In
den letzen Jahrzehnten noch reibungsloser. Obwohl Wirtschaftsleistung und Güterausstoß
von Jahr zu Jahr wachsen, lebt ein riesiger Teil der Menschheit in unwürdigen,
menschenverachtenden und mörderischen Verhältnissen. Zu den
Gesellschaftstheoretikern, die sich mit dieser Frage befassten, gehört
auch Edward Bellamy (1850 bis
1898). Bellamy war der Autor von "Looking
Backward: 2000 - 1887", der erfolgreichsten Utopie des 19. Jahrhunderts
und vielleicht der meistgelesenen Utopie überhaupt. Der Roman erschien in
Amerika 1887 und 1890 in Deutschland im Verlag von J.H. W. Dietz, Stuttgart
(heue auch bei Reclam erhältlich). Übersetzt wurde er von Clara Zetkin. Er
schreibt: "Der
Leser fragt, wie ich denn leben konnte, ohne der Welt irgendeinen Dienst zu
leisten? Die Antwort ist, dass mein Urgroßvater eine Summe Geldes
aufgespeichert hatte, von welcher seine Nachkommen stets gelebt hatten. Man wird
natürlich schließen, dass diese Summe sehr groß gewesen sein müsse, um nicht
durch den Unterhalt dreier nichtstuender Generationen erschöpft worden zu sein.
Dies jedoch war nicht der Fall. Die Summe war anfänglich groß gewesen. Sie war
tatsächlich viel größer jetzt, nachdem sie drei Geschlechter in Trägheit
erhalten hatte, als sie zuerst gewesen war. Dieses Geheimnis eines Gebrauches
ohne Verzehrung, einer Wärme ohne Verbrennung, erscheint fast wie Zauberei;
aber es war nichts weiter als eine schlaue Anwendung der Kunst, welche glücklicherweise
jetzt verloren gegangen ist von unseren Vorfahren aber zu großer Vollkommenheit
gebracht worden war: der Kunst, die Last des eigenen Unterhalts auf die
Schultern anderer zu wälzen. Wer dies erreicht hatte - und es war das Ziel,
nach dem alle strebten -, der lebte, so sagte man, von den Zinsen seines
Kapitals. Es würde uns zu sehr aufhalten, hier zu erklären, wie die alte
Gesellschaftsordnung dies möglich machte; ich will nur bemerken, dass die
Zinsen eines Kapitals eine Art beständiger Steuer waren, welche die Geld
besitzenden Personen von der Produktion der gewerbtätigen Arbeiter erhoben. Es
muss nicht vorausgesetzt werden, dass eine Einrichtung, die so unnatürlich und
absurd nach unseren modernen Anschauungen ist, niemals von unseren Voreltern
kritisiert worden sei; im Gegenteil, es war seit den ältesten Zeiten das Ziel
von Gesetzgebern und Propheten gewesen, den Zins abzuschaffen oder ihn
wenigstens zu dem möglichst geringen Fuße herunterzubringen. Alle diese
Bestrebungen waren jedoch ohne Erfolg gebleiben, wie sie es natürlicherweise
sein mußten, solange die alte soziale Organisation herrschte. Zu der Zeit, über
welche ich schreibe, am Ende des neunzehnten Jahrhunderts, hatten die
Regierungen meistens den Versuch aufgegeben, diesen Gegenstand überhaupt zu
regeln." Auch heute dominiert
der Mechanismus, den Bellamy vor über 100 Jahren als gesellschaftszerstörend
entlarvte. "Die
realen Zinsen und die daran gekoppelten Renditen sind wesentlich höher als die
0,8 Prozent des realen Wachstums. Jeder Zinstermin bringt den Geldvermögensbesitzern
einen Einkommensschub, der über die Zuwächse der Löhne und Gehälter (und der
daran gebundenen Renten) rasant hinausgeht. Gleichzeitig gelten die Vermögenseinkünfte
als tabu. ... Wie aber soll die Staatsverschuldung in Grenzen gehalten werden,
wenn man nicht zugleich die andere Seite der Bilanz, die privaten Vermögen nämlich,
begrenzt?" Nicht die Abschaffung des
Zinses kann allerdings die Lösung sein. Auch wohl (eher) nicht die Abschaffung
des Geldes, durch die Bellamy in seinem Roman der Geldproblematik zu entkommen
versucht. Siehe
dazu u.a. Artikel von
Konsens könnte sein: Außerdem, so Veronika
Bennholdt-Thomson, „Wir
verfügen über einen alltäglichen, lokalen Reichtum, den es zu verteidigen
gilt. Die neoliberale Globalisierungspolitik zielt demgegenüber darauf, immer
weitere Subsistenzbereiche (Versorgungswirtschaft) maximierungswirtschaftlich zu
kommerzialisieren und einer anonymisierten Marktwirtschaft einzuverleiben.“ Wir
brauchen eine andere Politik. Wer sie will, muss aus der Zuschauerdemokratie
heraustreten. (siehe dazu im Anhang aus aktuellem Anlass die Erfurter Erklärung
von 1997). Ich selbst meine mit „anderer Politik“ allerdings nicht
Parteipolitik. Wir brauchen eine außerparlamentarische Bewegung. (siehe
dazu die letzte Seite des Downloads, damit hat diese Dokumentation 68 –sic!- Seiten). Utopien sind Aufforderungen. -------------------
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